Man würde denken, dass Molkenprotein ein ziemlich einfach zu verstehendes Thema ist, oder? Wie kompliziert kann Molke schon sein? Wie sich herausstellt, gibt es jedoch mehrere verschiedene Arten von Molke. Was ist der Unterschied? Welche Art ist die beste?
Molkenkonzentrat
Hier haben wir die grundlegendste Art von Molkenprotein, das Konzentrat. Um es zu verstehen, müssen wir zuerst einen Blick darauf werfen, wie Molke – unabhängig von der Art – hergestellt wird.
Man beginnt mit Milch. Ein Gerinnungsmittel, wie Lab oder Säure, wird zugegeben, wodurch sich der feste Teil von der Flüssigkeit trennt. Diese festen Käsebruchstücke werden entfernt, um Käse oder Kasein herzustellen, und die verbleibende Flüssigkeit wird zur Molke. Zu diesem Zeitpunkt handelt es sich um Molkenkonzentrat. Es ist reich an vollständigen Proteinen, enthält aber auch etwas Fett und Zucker in Form von Laktose. Interessanterweise enthält dieses Fett zahlreiche sehr nützliche Nährstoffe, die das gesunde Immunsystem und die Herz-Kreislauf-Funktion unterstützen.
Molkenisolat
Um den Proteingehalt in ihrer Molke zu erhöhen, gehen einige Hersteller noch einen Schritt weiter bei der Verarbeitung. Verschiedene Techniken werden verwendet, um den Großteil des Fetts und Zuckers aus der Molke zu entfernen, sodass hauptsächlich Protein übrig bleibt.
Das mag zunächst gut erscheinen, aber denken Sie an all die nützlichen Nährstoffe, die im Fett versteckt sind – die sind jetzt auch weg. Tatsächlich kann diese Verarbeitung einige Aminosäuren abbauen und sie für den Körper schwerer verdaulich machen. Die zusätzliche Verarbeitung bedeutet auch, dass die Kosten steigen.

Molkenhydrolysat
Einige Unternehmen sind noch nicht zufrieden und verwenden Hitze, Säure, Enzyme oder eine Kombination davon, um gezielt einige der Bindungen zwischen den Aminosäuren aufzubrechen. Dadurch können diese Nährstoffe schneller vom Körper aufgenommen werden.
Das Problem ist: Molke wird bereits schnell vom Körper aufgenommen. Der Unterschied durch diese zusätzliche Verarbeitung ist gering, aber der Preisunterschied ist erheblich. Übrig bleibt ein deutlich teureres Molkenprotein, das nur minimal besser ist. Außerdem macht die Verarbeitung Molkenhydrolysat oft bitterer, weshalb es mit Aromen und anderen Zusatzstoffen versetzt werden muss.
Milchprotein
Die letzte Art von Molkenprotein ist etwas verwirrend. Manchmal vage als „Milchprotein“ bezeichnet, handelt es sich dabei meist um eine Mischung aus Molke und Kasein – entweder als Konzentrat oder Isolat. In der Regel findet man dies nur in Produkten mit mehreren Proteinquellen. Da der Begriff nichts über die tatsächliche Zusammensetzung aussagt, hat man kein klares Bild von der Qualität dieses unbestimmten „Milchproteins“.

Und das Fazit
Welche Art von Molkenprotein ist also die beste? In Bezug auf Preis-Leistungs-Verhältnis und Qualität der Inhaltsstoffe sticht das einfache Molkenkonzentrat hervor. Obwohl der Proteingehalt etwas niedriger ist als bei einigen anderen Varianten, macht das keinen signifikanten Unterschied. Außerdem enthält es neben Protein noch weitere Nährstoffe, die in den anderen, stärker verarbeiteten und teureren Formen fehlen.





